Eine Stimme für die große Bühne, geführt von einer Agentur A voice for the great stage, guided by one agency
Zerlina, Polly, Liesgen Zerlina, Polly, Liesgen
Gala in Cannes Gala in Cannes
Sibelius-Tour Sibelius tour
„Stimme des Abends“
„Überragend, grandios und mitreißend“
„Ein vielversprechend kräftiges Soprantimbre“
„Molto più di una bella voce“
Ich habe genug
Einen Tag vor Totensonntag gestalten Nicole Tschaikin, Sopran, Stephan Lin, Flöte, und Tung Hsing Tsai, Klavier, bei Steinway und Sons München einen stillen, nach innen gekehrten Abend.
Im Zentrum steht Bachs Kantate Ich habe genug BWV 82, eine der bewegendsten Vertonungen von Abschied, Sehnsucht und Frieden. Die Flötensonate e-Moll BWV 1043 sowie ausgewählte Sätze aus dem Wohltemperierten Klavier runden den Abend zu einem meditativen, in sich ruhenden Ganzen ab.
Am Vorabend des kirchlichen Gedenktags für die Verstorbenen laden die drei Musiker dazu ein, innezuhalten, mit Bachs Musik als Wegbegleiter zwischen Trauer und Trost.
On the eve of Totensonntag, the German day of remembrance for the dead, Nicole Tschaikin, soprano, Stephan Lin, flute, and Tung Hsing Tsai, piano, give a quiet, inward evening at Steinway and Sons Munich.
At its centre stands Bach’s cantata Ich habe genug BWV 82, one of the most moving settings of farewell, longing and peace. The Flute Sonata in E minor BWV 1043 and selected movements from the Well-Tempered Clavier complete an evening that rests within itself.
The three musicians invite the audience to pause, with Bach’s music as a companion between grief and consolation.
Termin Date Samstag, 21. November 2026 · 17.00 Uhr Saturday 21 November 2026 · 5 pm Besetzung Performers - Nicole Tschaikin, Sopran · Stephan Lin,
Flöte flute · Tung Hsing Tsai,Klavier piano Programm Programme - J. S. Bach ·
Kantate Cantata BWV 82 ·Flötensonate e-Moll Flute Sonata in E minor BWV 1043 ·Wohltemperiertes Klavier Well-Tempered Clavier Ort Venue - Steinway und Sons München
Maximiliansplatz 12B · 80333 München Anlass Occasion Vorabend des Totensonntags Eve of Totensonntag
Bevor Sie weiterlesen, hören Sie.
Before you read on, listen.
Ein Eindruck der Stimme, bevor Biografie und Repertoire folgen.
An impression of the voice before biography and repertoire follow.
Die ganze Spannweite
The full range
Zerlina
On the trail of Polly: the jealousy duet was filmed at the Berliner Ensemble in April 2026, directed by Jan E. Siebert with camera by Lewis May, for the international editorial in New York and Amsterdam and within the Film Festival Cannes 2026.
"Eine Rolle beginnt bei mir immer beim Wort." For me a role always begins with the word.
Ihr Sopran verbindet klare Linienführung mit Spielfreude. Vom Mozart Fach über die Operette bis zum zeitgenössischen Musiktheater sucht sie die Figur zuerst im Text und lässt die Stimme daraus entstehen.
Deshalb reicht ihr Repertoire von Bachs Liesgen bis zu Schönbergs Sprechgesang und zur Uraufführung. Gesungen, gesprochen oder bewusst gebrochen, wenn die Figur es verlangt.
Her soprano joins clarity of line with a real appetite for the stage. From Mozart through operetta to contemporary music theatre she looks for the character in the text first and lets the voice grow out of it.
That is why her repertoire runs from Bach's Liesgen to Schoenberg's Sprechgesang and on to world premieres. Sung, spoken or deliberately broken where the role asks for it.
Eine Stimme, die einen Raum füllt. Und seine Atmosphäre verändern.
Voices that fill a room. And voices that change its atmosphere.
Nicole Tschaikin gehört zu jener seltenen Klasse von Sopranistinnen, deren Gesang nicht nur hörbar wird, sondern unmittelbar spürbar ist. Ihr Sopran verbindet leuchtende Klarheit mit Wärme, feiner Linienführung und einer inneren Präsenz, aus der große musikalische Wirkung entsteht.
Sie singt mit Präzision, ohne je kühl zu wirken, und mit einer Emotionalität, die nie ins Vordergründige kippt. Ihre Stimme besitzt jene feine Durchlässigkeit, durch die Musik nicht bloß interpretiert, sondern erlebt wird. Sie formt Linien mit Eleganz, entwickelt Spannung aus dem Inneren heraus und gibt dem Text Gewicht, ohne ihn zu überzeichnen. Gerade diese Verbindung aus technischer Souveränität, stilistischer Sensibilität und menschlicher Nahbarkeit verleiht ihrem Gesang eine besondere Noblesse.
Ob auf der Bühne, im Konzertsaal, im sakralen Raum oder in besonderen kuratierten Formaten: Nicole Tschaikin verleiht jedem Rahmen Tiefe, Atmosphäre und eine besondere Intensität. Ihre Kunst schafft Nähe, ihre Stimme bleibt im Gedächtnis, weil sie nicht auf bloße Wirkung setzt, sondern auf Wahrhaftigkeit, Ausdruck und jene stille Kraft, die nur wenige Sängerinnen in dieser Form besitzen.
Nicole Tschaikin belongs to that rare class of sopranos whose singing is not only heard but felt directly. Her soprano combines luminous clarity with warmth, finely drawn line and an inner presence from which great musical effect arises.
She sings with precision yet never sounds cool, and with an emotional force that never becomes obvious. Her voice has that fine transparency through which music is not merely interpreted but experienced. She shapes lines with elegance, builds tension from within and gives the text weight without overdrawing it. It is precisely this combination of technical command, stylistic sensitivity and human warmth that lends her singing its particular nobility.
On stage, in the concert hall, in sacred spaces or in specially curated formats, Nicole Tschaikin gives every setting depth, atmosphere and a distinct intensity. Her art creates closeness and her voice stays in the memory, because she does not rely on effect but on truthfulness, expression and that quiet strength which few singers possess in this form.
„Nicole Tschaikin verfügt über einen Sopran von bemerkenswerter Klarheit, der Präzision und emotionale Durchlässigkeit auf seltene Weise verbindet."
Eine Stimme
zwischen den
Welten A voice
between
worlds
zwischen den
Welten
between
worlds
Das ganze Porträt lesen Read the full portrait
Es gibt Sängerbiografien, die sich wie Fahrpläne lesen: Studium, Wettbewerb, Debüt, nächstes Haus, grössere Partie, grösseres Haus. Der Kulturbetrieb liebt solche linearen Erzählungen, weil sich Erfolg darin sauber vermessen lässt. Bei Nicole Tschaikin funktioniert diese Ordnung nur bedingt. Natürlich gibt es die Institutionen, die Ausbildung, die Rollen und die Preise. Doch daneben finden sich eine Münchner Fensterbank während des Lockdowns, ein besetztes Haus in Berlin, ein Opern-Varieté namens «BaroqueBitches», Musikvermittlung für Kinder, Brecht auf Tournee durch Bayern und zuletzt eine Gala während des Filmfestivals von Cannes. Wer darin einen Widerspruch sieht, versteht vielleicht gerade das Interessante an ihrer Laufbahn nicht. Tschaikins künstlerische Biografie erzählt weniger vom Aufstieg innerhalb eines Systems als von der Frage, wo eine klassische Stimme überall stattfinden kann.
Geboren in Leipzig, stand Tschaikin bereits während ihrer Schulzeit am Staatstheater Darmstadt auf der Bühne. Ihre Ausbildung führte sie zunächst an die Hochschule für Musik und Theater Leipzig zu Regina Werner und anschliessend an die Universität der Künste Berlin, wo sie bei Michaela Kaune Gesang und Musiktheater studierte. Später ergänzte sie diese Ausbildung durch einen Master in Vokalpädagogik in Bayreuth. Meisterkurse und Unterricht bei Sängerinnen und Pädagogen wie Grace Bumbry, Gerhild Romberger, Christiane Oelze oder Eric Schneider erweiterten diese klassische Schule. Stipendien und Wettbewerbserfolge kamen hinzu, darunter Förderungen der Paul-Hindemith-Gesellschaft und eine Finalteilnahme beim Bundeswettbewerb Gesang.
Entscheidender als die Liste ist jedoch, was früh darin sichtbar wird: Tschaikin suchte nicht ausschliesslich den kanonischen Opernbetrieb. Bereits während des Studiums begegnete sie zeitgenössischem Musiktheater. 2012 war sie bei der Münchener Biennale in «A Game of Fives» beteiligt, einer Produktion der UdK Berlin, in der neue Musik, Video und experimentelles Musiktheater zusammenkamen. Das Archiv der Biennale führt sie ausdrücklich als Teil des Sängerensembles. In Berlin folgten John Cages «Europera 3 & 4» am Hebbel am Ufer sowie später Produktionen im Konzerthaus Berlin; daneben stehen Schönbergs «Pierrot Lunaire», Beethoven, Mozart, Monteverdi und Britten. Die Biografie lässt sich deshalb schon früh nicht bequem in «Oper» und «Experiment» sortieren.
Vielleicht ist diese Durchlässigkeit das eigentliche Kontinuum ihrer Arbeit. Die klassische Stimme erscheint bei Tschaikin nicht als kostbares Instrument, das nur in bestimmten architektonischen und gesellschaftlichen Räumen ausgepackt werden darf. Sie ist Material, Sprache, manchmal auch Störung. Das Opern-Varieté-Kollektiv BaroqueBitches, mit dem sie ebenfalls arbeitete und das beim Freisprung-Theaterfestival ausgezeichnet wurde, trägt diese Lust am Bruch bereits im Namen. Barock trifft auf Varieté, Hochkultur auf theatrale Übertreibung; Puristen dürfen kurz schlucken, ehe sie feststellen, dass Monteverdi davon vermutlich nicht persönlich beschädigt wird.
Als ein Fenster zur Bühne wurde
Diese Haltung wurde 2020 plötzlich gesellschaftlich relevant. Als während des ersten Corona-Lockdowns Konzertsäle schlossen und der Kulturbetrieb sich notgedrungen in Streams und Videokonferenzen verwandelte, machte Tschaikin ein Fenster ihrer Wohnung in München-Au zur Bühne. Unter dem Titel #singenverbindet sang sie regelmässig für Menschen auf der Strasse und in der Nachbarschaft. Die Süddeutsche Zeitung zeigte sie später als eine jener Münchner Kulturschaffenden, die das analoge Erlebnis auch unter den damaligen Bedingungen nicht aufgeben wollten; internationale Berichte dokumentierten ebenfalls diese Fensterkonzerte.
Man könnte darin eine hübsche Pandemiegeschichte sehen und sie unter «Kultur spendet Hoffnung» ablegen. Interessanter ist etwas anderes. Ein Konzertsaal produziert Aufmerksamkeit durch Architektur und Konvention. Das Publikum hat eine Karte gekauft, sitzt bereits da und weiss, wann geschwiegen werden soll. Ein geöffnetes Fenster besitzt keinen solchen institutionellen Vorschuss. Wer auf der Strasse stehenbleibt, muss erst gewonnen werden. Tschaikins Fensterkonzerte machen deshalb sichtbar, was sich durch ihre gesamte Arbeit zieht: der Versuch, klassische Musik nicht durch Vereinfachung populär zu machen, sondern ihre sozialen Schwellen zu verändern.
Dazu passt, dass sie die pädagogische Arbeit nicht als Nebenbeschäftigung behandelt. Nach ihrem Gesangsstudium absolvierte sie einen Master in Vokalpädagogik und arbeitet mit Kindern wie Erwachsenen; hinzu kommt ihre Tätigkeit bei SingPause München, einem Projekt, das Singen in den Grundschulalltag bringt. Die Waldemar-Bonsels-Stiftung führt sie als Singleiterin des Münchner Projekts, ihre eigene Website beschreibt musikalische Früherziehung, Musikgarten, Workshops und Arbeit in Schulen und Kindergärten als festen Bestandteil ihrer Tätigkeit.
Es wäre leicht, Bühne und Pädagogik als zwei verschiedene Nicole Tschaikins zu behandeln: hier die Sopranistin, dort die Lehrerin. Tatsächlich berühren sich beide Bereiche. Wer Gesang unterrichtet, muss etwas in Worte übersetzen, das auf der Bühne möglichst selbstverständlich wirken soll. Atem, Artikulation, Körper, Text, Klang, all die Vorgänge, die der Zuhörer im Idealfall nicht als Technik wahrnimmt, werden im Unterricht bewusst gemacht. Vielleicht erklärt dies auch Tschaikins auffälliges Interesse an Sprache und Darstellung. In einer frühen Besprechung der Hochschule für Musik und Theater Leipzig wurden ihr und dem Bass Martin Hässler ausdrücklich «Echtheit im Gefühl» und «deklamatorische Klarheit» attestiert.
Diese beiden Eigenschaften führen fast zwangsläufig zu Bertolt Brecht.
Brecht und die Verweigerung des schönen Tons
Beim Freien Landestheater Bayern singt und spielt Tschaikin Polly Peachum in Brecht und Weills «Dreigroschenoper». Das Ensemble brachte die Produktion 2025 und 2026 auf eine Tournee durch zahlreiche bayerische Spielorte; Tschaikin war als Polly besetzt. Dass diese Rolle in ihrem Repertoire einen besonderen Platz einnimmt, hat weniger mit vokaler Brillanz als mit deren kontrollierter Verweigerung zu tun. «Stimmlich bedeutet das für mich, nicht schön zu singen, sondern jedes Wort zu interpretieren», beschreibt sie ihren Zugang. Ihre Polly sei keine naive Braut, sondern eine junge Frau, deren Wunsch nach Freiheit stärker sei als die reine romantische Bindung an Mackie Messer.
«Stimmlich bedeutet das für mich, nicht schön zu singen, sondern jedes Wort zu interpretieren.»
Das ist für eine klassisch ausgebildete Sopranistin ein aufschlussreicher Satz. Ein erheblicher Teil ihrer Ausbildung bestand schliesslich darin, schön singen zu können. Brecht und Weill verlangen nun, dass diese Fähigkeit nicht ständig vorgezeigt wird. Schönheit muss zurücktreten können, damit Sprache, Rhythmus und Charakter sichtbar werden. Die Kunst besteht nicht darin, weniger zu können, sondern darin, das Können nicht ununterbrochen auszustellen.
Die Kritik bemerkte genau diesen Vorgang. In einer Besprechung der «Dreigroschenoper» schrieb der Münchner Merkur, Tschaikin habe als Polly «nicht nur schauspielerisch, sondern vor allem gesanglich» geglänzt; «Seeräuber-Jenny» sei vor allem durch ihren Gesang zu einem Höhepunkt geworden. Eine andere Kritik beobachtete noch präziser, wie Tschaikin im «Barbara-Song» immer wieder bewusst aus ihrer «wunderbaren Sopranstimme» herausfalle und wertete gerade diesen Bruch als Wirkungsmittel.
Der Vergleich mit Mozart macht die Spannweite deutlich. Beim selben Freien Landestheater Bayern sang Tschaikin Zerlina in «Don Giovanni». Der Münchner Merkur bezeichnete ihren Auftritt dort als «überragend, grandios und mitreissend». Mozart verlangt eine andere Ordnung als Brecht: Linie, Proportion, eine musikalische Eleganz, deren Komplexität gerade dadurch vollkommen erscheint, dass man ihre Konstruktion nicht hört. Brecht hingegen misstraut der glatten Oberfläche, sobald sie beginnt, die Verhältnisse darunter zu verdecken. Dieselbe Stimme muss deshalb zwei verschiedene ästhetische Wahrheiten herstellen.
Unsere fotografische und filmische Spurensuche mit Tschaikin in Berlin führt genau an diesen Punkt zurück. Wir fotografierten sie beim Brecht-Denkmal und am Konzerthaus, liessen sie dort singen und begegneten damit nicht nur der Geschichte einer Rolle, sondern auch ihrer eigenen Biografie. Berlin ist die Stadt ihres Studiums, ihrer frühen zeitgenössischen Arbeiten und ihrer Konzerterfahrung. Hier hatte sie «Seeräuber-Jenny» zudem schon lange vor der heutigen Polly einmal in einem besetzten Haus gesungen, auf einer Party, beinahe punkig. Man kann über den richtigen Aufführungsort für Brecht viel theoretisieren. Ein besetztes Berliner Haus beendet manche Debatte erstaunlich effizient.
Tschaikins Polly zeigt zugleich etwas Grundsätzliches über ihre Arbeit als Darstellerin. Sie sucht die emotionale Nähe zur Figur, ohne die Grenze zwischen Interpretation und eigener Person aufzuheben. In ihrer Arbeit greift sie unter anderem auf die Michael-Chekhov-Methode zurück. Nicht sie selbst müsse jeden Abend alles fühlen, sagt sie; entscheidend sei, «dass das Publikum etwas fühlt und versteht». Das ist ein feiner, aber wesentlicher Unterschied. Authentizität bedeutet hier nicht Selbstentblössung, sondern Präzision der Vermittlung.
Bach im Showroom, Gershwin in Cannes
Dass Tschaikin gleichzeitig ganz andere Räume sucht, zeigte sich Ende 2025 beim Bachfest München. Bei Steinway & Sons trat sie nicht nur in Bachs «Kaffeekantate» auf; sie war auch als Veranstalterin des Formats geführt. Wieder verändert sich der Rahmen. Bach erklingt nicht in einer Kirche oder einem grossen Konzertsaal, sondern in einem Showroom für Instrumente mitten in München. Das mag zunächst wie ein Detail wirken. Tatsächlich gehört es zu einer inzwischen gut erkennbaren Methode: Repertoire nicht aus seinem historischen Kontext zu lösen, sondern ihm neue gesellschaftliche Situationen zu geben.
Im Mai 2026 wurde dieser Ortswechsel internationaler. Bei den Global Short Film Awards in Cannes, parallel zum Filmfestival, eröffnete Tschaikin die Gala mit Gershwins «Summertime» aus «Porgy and Bess» und sang später Bizets «Habanera». Zwischen Film, Couture, Kameras und Red Carpet stand plötzlich eine klassische Stimme in einem Raum, der üblicherweise von Bildern dominiert wird. Auch hier war die interessante Frage nicht, ob Oper «modern» genug für Cannes sei. Solche Fragen verraten häufig mehr Unsicherheit über Oper als über Moderne. Bemerkenswert war vielmehr, wie selbstverständlich sich diese Kunstform in einem Kontext behauptete, der nicht für sie gebaut worden war.
Von Darmstadt über Leipzig und Berlin, von der Münchner Biennale über das Konzerthaus Berlin bis zum Freien Landestheater Bayern, von «Pierrot Lunaire» und Mozart zu Brecht, Bach und Gershwin lässt sich Tschaikins Weg deshalb weniger durch eine einzige Spezialisierung beschreiben als durch eine bestimmte Form von Beweglichkeit. Ihre offizielle Vita nennt Kirchen- und Konzertauftritte in mehreren europäischen Ländern, Wettbewerbserfahrungen, Musiktheater und Oper, alte wie neue Musik. Die reine Aufzählung übersieht jedoch das Verbindende: Tschaikin scheint sich für jene Situationen zu interessieren, in denen eine klassische Stimme ihren vermeintlich selbstverständlichen Kontext verliert und sich neu behaupten muss.
Ein Konzertsaal. Ein Theater in einer bayerischen Stadt. Ein Fenster in der Au. Ein Raum voller Schulkinder. Ein Steinway-Showroom. Ein besetztes Haus in Berlin. Oder eine Gala in Cannes.
Es ist vielleicht kein Zufall, dass sich bei ihr Kunst und Vermittlung so schwer voneinander trennen lassen. Wer klassische Musik einem neuen Publikum öffnen will, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Man kann das Material vereinfachen, bis es möglichst wenig Widerstand bietet. Oder man verändert die Situation, in der Menschen ihm begegnen. Tschaikins bisherige Arbeit deutet eher auf die zweite Möglichkeit.
Damit wird auch Polly zu mehr als einer weiteren Rolle im Repertoire. Die Figur bündelt vieles, was Tschaikins künstlerisches Profil ausmacht: klassische Technik und bewussten Bruch, Sprache und Musik, Schauspiel und Distanz, die Institution des Theaters und die Lust, dessen Grenzen zu überschreiten. Vor Brechts Statue in Berlin treffen diese Linien für einen Moment sichtbar aufeinander. Der Schriftsteller aus Bronze, die Sängerin, die Stadt, eine Kamera und eine Figur aus dem Jahr 1928, die sich hartnäckig weigert, nur Geschichte zu sein.
Vielleicht liegt darin auch die treffendere Beschreibung Nicole Tschaikins. Nicht jene Sängerin, die möglichst viele Räume mit ihrer Stimme füllt. Sondern eine Künstlerin, die immer wieder untersucht, was mit einem Raum geschieht, sobald eine Stimme darin eine andere Ordnung herstellt.
Universität, Hochschule,
Erfahrungen.
Two conservatoires,
three continents,
one voice type
Erfahrungen.
three continents,
one voice type
Nicole Tschaikin lebt in München und ist international als Opern, Konzert und Kirchensängerin tätig. Sie war in Deutschland, Österreich, Schweden, Italien, Frankreich, Dänemark und Russland sowie in Australien, Asien und Afrika zu erleben.
Zu ihren Partien zählen Zerlina in Mozarts Don Giovanni und Polly in Brecht und Weills Dreigroschenoper am Freien Landestheater Bayern, Marzelline in Fidelio, Marie und Stella in Frau Luna sowie Julia in Brittens Der kleine Schornsteinfeger am Staatstheater Darmstadt.
2026 eröffnete sie die Cannes Global Short Film Awards Gala während des Festival de Cannes. Weitere Stationen sind die Münchner Biennale, das HAU Hebbel am Ufer, das Konzerthaus Berlin, die Berliner Philharmonie und die Stuttgarter Liederhalle.
Ausführliche Biografie
Hochschule für Kirchenmusik Bayreuth
Universität der Künste Berlin
Hochschule für Musik und Theater Leipzig
Münchner Biennale
Forum Hamburg
HAU Hebbel am Ufer · Komische Oper Berlin
Piano Salon Christophori
2020 und 2021 initiierte sie die Konzertreihe #singenverbindet in München.
Nicole Tschaikin war als Sopranistin in der europäischen Erstaufführung von Marc Blitzsteins Triple-Sec am Konzerthaus Berlin zu erleben. Die Produktion wurde gemeinsam mit George Gershwins Blue Monday im Rahmen des Festival Mythos Berlin in Kooperation mit der Komischen Oper Berlin präsentiert.
Nicole Tschaikin is based in Munich and works internationally in opera, concert and sacred repertoire. She has performed in Germany, Austria, Sweden, Italy, France, Denmark and Russia as well as in Australia, Asia and Africa.
Her roles include Zerlina in Mozart's Don Giovanni and Polly in Brecht and Weill's Threepenny Opera at Freies Landestheater Bayern, Marzelline in Fidelio, Marie and Stella in Frau Luna, and Julia in Britten's The Little Sweep at Staatstheater Darmstadt.
In 2026 she opened the Cannes Global Short Film Awards Gala during the Festival de Cannes. Further venues include the Munich Biennale, HAU Hebbel am Ufer, Konzerthaus Berlin, the Berlin Philharmonie and Liederhalle Stuttgart.
Full biography
Hochschule für Kirchenmusik Bayreuth
Universität der Künste Berlin
Hochschule für Musik und Theater Leipzig
Munich Biennale
Forum Hamburg
HAU Hebbel am Ufer · Komische Oper Berlin
Piano Salon Christophori
In 2020 and 2021 she initiated the concert series #singenverbindet in Munich.
Nicole Tschaikin sang the soprano part in the European premiere of Marc Blitzstein’s Triple-Sec at Konzerthaus Berlin. The production was presented together with George Gershwin’s Blue Monday as part of Festival Mythos Berlin.
Repertoire
Stimme im Kollektiv
Also a voice within the collective
Erfahrene Ensemblesängerin mit hoher stimmlicher und musikalischer Sicherheit, ausgeprägtem Klang- und Intonationsbewusstsein sowie großer stilistischer Flexibilität. Schnelle Auffassungsgabe, zuverlässige Vorbereitung und die Fähigkeit, sich klanglich sensibel und präzise in unterschiedliche Ensembleformationen einzufügen.
An experienced ensemble singer with vocal and musical assurance, a well developed sense of sound and intonation and wide stylistic flexibility. She learns quickly, prepares reliably and blends into different ensemble formations with sensitivity and precision.
GMD Vladimir Jurowski, Einstudierung Christoph Heil
Opernchor, Staatstheater am Gärtnerplatz München
Opernchor, Staatstheater am Gärtnerplatz München
Opernchor, Staatstheater Darmstadt
Opernchor, Staatstheater Darmstadt
Opernchor, Staatstheater Darmstadt
Als Solistin und Choraushilfe sang Nicole Tschaikin in vielen Münchner Kirchen und im Umland: Münchner Frauenkirche, Mariahilfkirche, Allerheiligenkirche, Lutherische Kirche, Herz Jesu, St. Michael, St. Johannes und St. Willibald, ebenso in zahlreichen Gottesdiensten in Bayern, die in Rundfunk und Fernsehen übertragen wurden.
As a soloist and deputy chorister, Nicole Tschaikin has sung in many churches in Munich and the surrounding region: Mariahilfkirche, Allerheiligenkirche, Frauenkirche, the Lutheran church, Herz Jesu, St. Michael, St. Johannes and St. Willibald, and in numerous services across Bavaria broadcast on radio and television.
Chorpartien, Oratorium und geistliche Werke
Choral parts, oratorio and sacred works
Der Weg zur Partie
The road to the role
Wettbewerbe und Stipendien
Competitions and scholarships
Kulturamt Lahr im Schwarzwald
BaroqueBitches on the road
Mentorinnen und Mentoren
Mentors
Sami Kustaloglu · KS Michaela Kaune · KS Regina Werner · KS Grace Bumbry · Prof. Gerhild Romberger · Christiane Oelze · Irmhild Wicking · KS Peter Maus · Snezana Brzakovic · Eidween Harrhy · Prof. Axel Bauni · Prof. Philip Moll · Eric Schneider · Andreas Pascal Heinzmann · Theodor Ganger und andere
Bühnenrelevante Fähigkeiten
Stage skills
- Tanz
- Lateinamerikanischer Turniertanz, Vize Hessenmeisterin Hauptklasse C · Ballett · Modern und Jazz · Salsa · Akrobatik
- Instrumente
- Klavier · Gitarre
- Sprachen
- Deutsch als Muttersprache · Englisch · Italienisch · Französisch · Russisch, Grundkenntnisse
- Weiteres
- Inline Skating · Führerschein Klasse B
- Dance
- Latin American competitive dance, runner up Hesse championship class C · ballet · modern and jazz · salsa · acrobatics
- Instruments
- Piano · guitar
- Languages
- German as a native language · English · Italian · French · Russian, basic knowledge
- Further
- Vocal pedagogy at master level · inline skating · driving licence category B
Was andere hören
What others hear
„Nicole Tschaikin glänzte in der Rolle, nicht nur schauspielerisch, sondern vor allem gesanglich."
zur Polly in der Dreigroschenoper
„… zu einem Höhepunkt des Stücks avancierte, was vor allem an Tschaikins Gesang lag.“
zur Polly in der Dreigroschenoper
„Tschaikin fällt dabei immer wieder gekonnt aus ihrer wunderbaren Sopranstimme heraus, ein toller Effekt dieser Darbietung."
zur Dreigroschenoper
„Echtheit im Gefühl und deklamatorische Klarheit"
„Intelligenza musicale, sicurezza stilistica e autentica maturità scenica.“„Molto più di una bella voce.“
Adrie van de Nieuwenhof
„Stimme des Abends"
Nicole Tschaikins künstlerischer Weg führt über die Münchner Biennale, das Hebbel Theater Berlin und das Konzerthaus Berlin. Ihr Opern-Varieté-Kollektiv „BaroqueBitches“ ist international gefragt und wurde mit dem Freisprung Theaterpreis ausgezeichnet. Mit #singenverbindet erreichte und begeisterte sie während des Lockdowns Tausende Menschen in München.
„Unter Dirigent Alexander Stessin machen auch die Solisten […] gute Figur – allen voran […] Nicole Tschaikin, die als reiches Mädchen Julia bereits ein vielversprechend kräftiges Soprantimbre hat.“
Oper, mitten im Blitzlicht Opera, in the middle of the flashlights
Cannes ist für wenige Tage im Jahr die Bühne der internationalen Filmwelt. Zwischen Premieren, rotem Teppich und Kameralicht stand bei der Gala der Global Short Film Awards eine Kunstform im Zentrum, die dort selten den Auftakt macht.
Nicole Tschaikin eröffnete den Abend mit „Summertime“ aus George Gershwins Porgy and Bess, später sang sie die „Habanera“ aus Georges Bizets Carmen. Kein dekorativer Programmpunkt, sondern der künstlerische Auftakt eines Abends, an dem Cannes für einen Moment nach Oper klang.
Die Agentur Jan E. Siebert verantwortete den Auftritt von der Vorbereitung in München bis zur Umsetzung an der Côte d’Azur und führte die mediale, visuelle und kommunikative Seite des Projekts. Unterstützt von Gibert Consulting.
For a few days each year Cannes is the stage of the international film world. Between premieres, red carpet and camera light, the Global Short Film Awards gala opened with an art form that rarely begins such an evening.
Nicole Tschaikin opened with “Summertime” from George Gershwin’s Porgy and Bess and later sang the “Habanera” from Georges Bizet’s Carmen. Not a decorative item on the programme, but the artistic opening of an evening on which Cannes briefly sounded like opera.
Agentur Jan E. Siebert produced the appearance from preparation in Munich to delivery on the Côte d’Azur and led the media, visual and communications side of the project. Supported by Gibert Consulting.
Eine Bühne, in die man nicht einfach hineinkommt A stage you cannot simply walk onto
Musik reist. Und bringt ein Land mit. Music travels. And brings a country with it.
Aus einem klassischen Liederabend wird ein kulturelles Porträt. Nicoles Stimme bildet das Zentrum, Sibelius’ Lieder öffnen den Zugang zu seiner Biografie, zu Finnlands Geschichte und zu einer Landschaft, die sein Werk bis heute prägt.
Die Reise beginnt in Deutschland und soll Finnland dort hörbar machen. Weitere geplante Stationen in Finnland, auf Åland und in Estland führen die Erzählung zurück in den Norden.
Produktion und kreative Leitung liegen bei der Agentur Jan E. Siebert. Gibert Consulting trägt und fördert das Projekt mit, Scandynavia ist Kulturpartner.
A classical song recital becomes a cultural portrait. Nicole’s voice is the centre; Sibelius’s songs open the way into his biography, into Finland’s history and into a landscape that still shapes his work.
The journey begins in Germany and aims to make Finland audible there. Further planned stops in Finland, on Åland and in Estonia carry the story back north.
Production and creative direction are held by Agentur Jan E. Siebert. Gibert Consulting supports and co-funds the project, Scandynavia is cultural partner.
Das Motiv der Tour The look of the tour
Pressebilder zur Tour Press images for the tour
Singen lernt man von einer, die selbst auf der Bühne steht Children learn to sing from someone who stands on the stage herself
Künstlerin, nicht Hilfskraft An artist, not an assistant
Ausgebildet für den Unterricht Trained to teach
Erfahrung mit Reichweite Experience that reaches
Verlässlich organisiert Reliably organised
Für Stiftungen erzählbar A story foundations can tell
Zwei Sprachen, ein Ton Two languages, one tone
Warum mit Nicole arbeiten Why work with Nicole
Prestige-Transfer Transfer of prestige
Exklusivität Exclusivity
Glaubwürdigkeit Credibility
Vielseitigkeit Range
Erzählbarkeit Stories worth telling
Verlässlichkeit Reliability
Wir bauen Welten, keine Moodboards. We build worlds, not moodboards.
Creative Direction Creative Direction
Talent Representation Talent Representation
Image und Brand Building Image and Brand Building
Produktion und Network Production and Network
Presse und Medienpositionierung Press and Media Positioning
Beratung Consulting
A signature built in light.
Architect of Visibility.
Jan E. Siebert ist Art and Creative Director, Fotograf und Filmemacher. Er arbeitet an der Schnittstelle von Luxus, Kultur und visueller Kommunikation, dort, wo Bildsprache nicht dekoriert, sondern Positionierung schafft.
Seine Arbeit reicht von groß angelegten Kampagnen und Editorial-Produktionen bis zur Entwicklung kompletter Image-Welten für Talente, Marken und Bühnenformate. Von 2022 bis 2025 prägte er als Art and Creative Director den Showpalast München und formte dort die visuelle Identität des Hauses.
Ein Schlüsselprojekt dieser Zeit war die Konzeption und Regie einer eigenen Show: eine Inszenierung aus Luftakrobatik, Live-Musik und filmischer Dramaturgie, bei der Siebert den Spannungsbogen entwickelte und ein visuelles Gesamtkunstwerk schuf. Parallel begleitete er die Europa-Tour von Cavalluna im Bereich Presse und Marketing sowie die Stadionshow der Ehrlich Brothers.
Vor seiner Kamera standen internationale Künstlerpersönlichkeiten aus Pop und Klassik. Sein Stil ist klar, cinematic und zeitlos, geprägt von Licht, Präzision und einer Signatur, die nicht nach Trend aussieht, sondern nach Charakter.
Jan E. Siebert is an art and creative director, photographer and filmmaker. He works at the intersection of luxury, culture and visual communication, where imagery does not decorate but creates positioning.
His work ranges from large-scale campaigns and editorial productions to the development of complete image worlds for talent, brands and stage formats. From 2022 to 2025 he shaped the visual identity of Showpalast München as art and creative director.
A key project of that period was the concept and direction of his own show: a staging of aerial acrobatics, live music and cinematic dramaturgy, for which Siebert developed the dramatic arc and created a complete visual work. In parallel he supported the European tour of Cavalluna in press and marketing as well as the stadium show of the Ehrlich Brothers.
International artists from pop and classical music have stood in front of his camera. His style is clear, cinematic and timeless, shaped by light, precision and a signature that does not look like a trend but like character.











